Tag 10: Ein komisches Gefühl 22.4.2015

Heute hab ich sehr unruhig geschlafen, die Gewissheit das heute mein letzter kompletter Tag ist macht mich schon leicht melancholisch, gar schon traurig obwohl ich mich eigentlich freuen sollte, deswegen bitte ich heute mal um Entschuldigung falls der ein oder andere Satz nicht so gelungen ist.Aber dazu später mehr.

Direkt nach dem Frühstück sind wir zum Shoppen gefahren um noch paar Kleinigkeiten zu besorgen solange ich mit dem Auto da bin und wir etwas flexibler sind. Während unserem Trip ist einer auf die Idee gekommen, bei dieser schönen Morgensonne noch an den benachbarten Baggersee nach Ertingen zu fahren. Hammer! Diese Idylle und diese Ruhe kombiniert mit dem geilen Wetter! Den anderen ging es genauso, leider hatten wir nicht so viel Zeit vor dem Mittagessen, deswegen beschlossen wir direkt nach dem Essen nochmal zu fahren, und dazu noch unser „Insassen-Ausflugs-Gruppenmitglied“ mitzunehmen, der morgens immer Arbeitstherapie hat.
Pünktlich zum Mittagessen waren wir auch wieder zurück, was es gab war keinem wirklich so wichtig, jeder wollte so schnell wie möglich wieder raus (wen es interessiert: es gab Schweinebraten,Kartoffelmatsche und so grünes Zeug, in dubiosen Kreisen auch Brokkoli genannt) Schnell noch zu Penny, 6 Dosen Mixery kaufen (Cola+Bier) und wieder an den See. Gleich nen schönen Platz gefunden, Sachen ausgepackt und… Fuck! Station 10 hat nen Ausflug an den See gemacht und spielt in unmittelbarer Nähe von uns Volleyball! Die Pfleger hatten unsere „Langzeitinsassen“ gleich erkannt. Kurz fasste ich unsere Vergehen im Kopf zusammen: Keiner hat sich abgemeldet, wir sind mit dem Auto unterwegs, außerhalb von Zwiefalten und trinken Bier. Vier Vergehen auf einmal, aber Hey! Wer kann uns schon Böse sein? Sind ja nicht umsonst in ner Irrenanstalt 🙂
Unsicher waren wir uns schon, ob wir nicht direkt von den Pflegern hier angeschwärzt werden, aber diesen Ausflug ließen wir uns nicht vermiesen und solange nicht die „Sech-Mann Armee“ mit Fixierbett und Spritzen vor uns steht, gab es auch keinen Grund zu gehen.
Schön in der Sonne brutzelt, kühles Bier trinken, viel lachen und reden, die Ruhe am See und einfach mal die ganzen Probleme vergessen oder darüber lachen, sowas ist Therapie! Und jeder der anderen sagte auch, das ihm/ihr so ein Ausflug mehr gebracht hat als die ganzen Therapieen. Diese ganze Unbeschwertheit und dieses Gefühl von Freiheit und Dazugehörigkeit. Sowas stärkt die Seele und den Geist und gibt Kraft für den Alltag.
Da wir alle an diesem Tag beschlossen haben die Klinikthrapien ausfallen zu lassen und uns selber zu therapieren, gingen wir nur schnell auf Station zurück um sicher zu gehen das wir nicht verpetzt worden sind. Da wohl bis jetzt nichts aufgefallen ist, sind wir gleich nochmal zum Grillen gegangen, um den Tag voll zu einem perfekten Ausklang zu bringen.
Um 19.30 Uhr waren wir dann endgültig zurück auf Station, ich den anderen ist wohl schon beim Grillen aufgefallen das ich immer ruhiger und in mich gekehrter geworden bin. Der Tag ist jetzt doch viel zu schnell vergangen.
Hab mich jetzt etwas zurück gezogen, höre Musik und schreibe diese Zeilen für den Blog. Zum ersten Mal fällt es mir schon etwas schwer zum schreiben. Deswegen komme ich für heute auch zum Ende, bzw fange evtl noch mit meiner Reflektion, was eigentlich für morgen gedacht war, an.
Bis Morgen… Gute Nacht!

 

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